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AUSWÄRTIGES NFB

 

 

 

DEUTSCHE AUSLANDSAUFKLÄRUNG

  • GEOPOLITIK

- Neue Phase des Globalen Wettrüstens

- (DIA) Russian and Chinese Nuclear Modernization Trends

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  •  INTERKONTINENTAL

- Nahost: Situation Iran/Iraq

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  • TRADITION

- 30 Jahre Arbeit in der Tradition der deutschen Abwehr

 

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German Chancellor Dr. Angela Merkel paid tribute to Colonel Claus von Stauffenberg and other German military figures who tried to assassinate Adolf Hitler 75 years ago

 


 

                  AUSWÄRTIGES NFB

   

  DEUTSCHE AUSLANDSAUFKLÄRUNG

   [I-01/35-20/06.03.2020 - presseöffentliche Fassung 29.03.2020]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Verantwortlichkeit im Föderalen Sicherheitsdienst FSB für

Operationen („nasse Sachen“) in westlichen Staaten im Rahmen der Gefahrenabwehr und Weiterungen

 

An erster Stelle verantwortlich für spezielle Operationen gegen Personen zur Gefahrenabwehr ist im Kollegium des Föderalen Sicherheitsdienstes FSB der Stellvertreter des Vorsitzenden, Generaloberst Alexander Kupryazhkin, der lange Jahre Chef der Inneren Sicherheit war. Russische Medien berichteten, seine Aufgabe bestünde darin, „Werwölfe“ in der eigenen Organisation ausfindig zu machen.
 
 
Ein Hauptaugenmerk der Gliederungen Kupryazhkins besteht in der inneren und äußeren Gefahrenabwehr, das schließt Operationen im Ausland ein, wo mittlerweile nach Erkenntnissen der deutschen Spionageabwehr die FSB-Residenturen an den Botschaften einen höheren Stellenwert mit mehr Personal besitzen als die traditionelle Auslandsaufklärung SVR. Im Fall Selimchan Changoschwili oblag der FSB-Residentur in Berlin die operativ-technische Vorbereitung. Ein westeuropäischer Nachrichtendienst verfügte zeitnah 2017 über Angaben aus der Botschaft eines GUS-Staates, die einen russischen FSB-Mann mit Sonderauftrag zur Akkreditierung beim AA erwartete.

Foto: Administration des Präsidenten der Russischen Föderation

Generaloberst Alexander Kupryazhkin als Stellvertretender Direktor des FSB (protokollarisch Urlaubsvertretung von Alexander Bortnikov) auf einem offiziellen Foto anläßlich der Unterzeichnung einer Sicherheitsvereinbarung zwischen Russland und Mosambique im Kreml (22.08.2019) 

 

Insoweit handelt es sich bei Berlin-Tiergarten, Salisbury und London um spezifische Fälle der Gefahrenabwehr, nicht reinweg der Revanche an Verrätern. Ein Hauptaugenmerk der sovietrussischen Dienste liegt in der Neutralisierung von Personen aus den eigenen Reihen, die (beispielsweise):

 

-  Westagenten in den russischen Diensten ausgebildet haben

- von westlichen Diensten für Counter-Man-Operationen oder
 
- die Anwerbung russischer Wissenschaftskapazitäten verwendet werden sollen.
 
 
Folglich können die öffentlich bekannten Fälle in Westeuropa nur die Spitze des Eisbergs für viele mysteriöse Todesfälle sein. FSB-Direktor Bortnikov verwendet im Kollegium seines Hauses nach wie vor den Begriff „KGB-Operationen“.
 

 Kommentar:

  

Hierin äußert sich der Wunsch, den einstigen KGB tragfähig über die Zeitgeschichte noch mächtiger zu machen. Psychologisch erklärt sich die Äußerung darüber, dass man nicht mit den Reformkräften (vorwiegend in der Auslandsaufklärung zu finden) vermengt werden möchte, die den Niedergang des KGB mit zu verantworten hatten, sondern dass man in seiner Tradition steht.

 

 Gesetzeslage des Arbeitsbereichs Kupryazhkin

 

Gegenwärtig definiert sich die Gesetzesgrundlage des Arbeitsbereichs Kupryazhkin über Artikel 12 des Bundessicherheitsdienstes (FSB)/aktuelle Gesetzeslage Федеральный закон от 03.04.1995 N 40-ФЗ (ред. от 02.12.2019) "О федеральной службе безопасности"

 -    b) Ermittlung, Verhinderung, Unterdrückung von Geheimdiensten und anderen Aktivitäten von Sonderdiensten und Organisationen ausländischer Staaten sowie von Einzelpersonen, die darauf abzielen, die Sicherheit der Russischen Föderation zu schädigen

 Weiter gefasst wird die Zuständigkeit des FSB als Untersuchungseinheit in allen staatlichen Einrichtungen, Wissenschaftseinrichtungen und strategischen Wirtschaftszweigen determiniert. 

 - k) in Zusammenarbeit mit der föderalen Exekutive im Bereich des Auslandsdienstes Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit von Institutionen und Bürgern der Russischen Föderation außerhalb ihrer Grenzen durchführen (Föderales Gesetz vom 30.06.2003 N 86-FZ)

 

 Abteilung Nasse Sachen im Kreml (früher im Gebäude 14)

 

Vorläufer des Arbeitsbereichs von Generaloberst Kupryazhkin war eine Sonderabteilung: Verdeckte Operationen innerhalb des KGB zur Aufspürung und Eliminierung undichter Stellen waren einer Sonderabteilung (Spionageabwehrdienst für Sicherheitspersonal) des sovietrussischen Nachrichtendienstes vorbehalten. Der „Dienst im Dienst“ wurde 1963 gegründet, sein erster Chef war Vladimir Korzhov. Die Abteilung war für persönliche Anliegen der ersten politischen Gruppe im Machtzirkel so eminent, dass sie vom Dzerzhinsky-Platz in das Gebäude Nr.14 der Kreml-Verwaltung verlegt wurde. 

 
Als Grund dafür nennt eine hochrangige Quelle im heutigen russischen Machtapparat, dass die Kreml-Eliten keine bessere Möglichkeit hatten, dem KGB auf die Finger zu sehen als über die Abteilung „S“. 1990 wurde Vyacheslav Generalov [geb. 1944 =nicht 1946 wie oftmals angegeben = wohnhaft bei Kunzevo/Moscow] übergeordneter Chef dieser Abteilung. Er war nach Berichten eines westeuropäischen Aufklärungsdienstes zu den Leipziger Messen im Gespräch mit Günter Mittag und Alexander Schalck. Generalov war im Sonderdienst außerdem für das "Wirtschaftsmanagement staatlicher Sicherheitsstrukturen" zuständig. Er arbeitete die Wunschliste hoher Kreml-Funktionäre und Generale nach westlicher Spezialtechnik (Embargogüter) ab.
 
 
 
Ort der Treffen war das Gästehaus beim Ministerrat in Leipzig bei Abwesenheit von Erich Honecker. Vyacheslav Generalov erhielt seinerzeit Personenschutz der obersten Kategorie und war deshalb ins Visier des westlichen Dienstes geraten.
 
Generalov war Kommunikationsexperte und Energiefachmann, beschaffte Embargogüter für den sovietrussischen Dienst. 1985-1991 war er Sicherheitschef von Mikhail Gorbachev und wurde wegen der Teilnahme am Putsch gegen Gorbachev zu einer Haftstrafe verurteilt.
 
Anschließend war er Berater des Unternehmens Sistema (Feliks Yevtuchenkov). Generalovs Sohn Andrey [geb. 1980] ist Kommunikationsspezialist. Er studierte an der Moskauer Universität sowie am MGIMO. Andrey Generalov ist Dozent an der russischen Präsidentenakademie.

 

Collage
 
Im Bild das Gästehaus der DDR-Regierung in Leipzig, rechts General Generalov.
 
 
 
 
Bis zur Veröffentlichung auf dieser Web-Seite (29.03.2020) waren die Embargogespräche zwischen Generalov und Schalck der Öffentlichkeit nicht bekannt.
 
 
 
Seinerzeit beobachtete der Autor im Auftrage eines westlichen Nachrichtendienstes das Gebäude der DDR-Regierung in Leipzig, wo er bei der Leipziger Herbstmesse 1985 diese Feststellungen machte, Auszug:
 
"Der Sovietgeneral erschien zivil in einem Sommermantel. Seine Leute achteten darauf, dass vor allen Dingen russische Diplomaten und Journalisten keinen Wind von seiner Anwesenheit bekommen..."
 
 
Der Autor war ausgestattet mit einer Auslandsakkreditierung für einen tschechischen Verlag und im Eventualfall für die Schweizerische Handelszeitung in Zürich, die "ihren" Korrespondenten dem Leipziger Messeamt avisierte. Das führte zwar zu Anfragen der HA II der ostdeutschen Staatssicherheit an ihre Leipziger Bezirksdienststelle, aber die nachrichtendienstliche West-Verbindung konnte nicht aufgeklärt werden - eher lag es rückblickend am fehlenden Willen der BV Leipzig.

 

 

 Kupryazhkin - die Nummer drei im FSB

 

Kupryazhkin ist nach aktuellem Sachstand des FSB Organigramms die Nummer drei. Er wurde 2004 mit der höchsten Auszeichnung der Special Group Vympel, dem Veteranenorden Erster Klasse, geehrt (Beschluss der Gemeinsamen Gruppe der Veteranen der Sonderdienste, 30.08.2004).

Kupryazhkin wurde 1957 in der Region Woronesch geboren. Seine Frau Olga (gleicher Jahrgang wie er) soll geschäftlich aktiv sein. Sein Sohn Dmitri (geb. 1984) arbeitete eine zeitlang im Unternehmen des MIK VYMPEL. Im Haushalt lebt noch unscheinbar eine Tochter namens Yulia (geb.1981). Die Moskauer Wohnung der Familie befindet sich unweit des SVR Headquarters in Yasenevo. 

Kupryazhkin war als hochrangiger FSB-Offizier zeitweise der Steuermiliz zugeordnet. Innerhalb der Lubyanka (Headquarters of the FSB) war er als „Sonderoffizier“ eine Respektsperson. Gemeinsam mit dem mehr oder minder freiwillig pensionierten General Oleg Feoktistov [geb. 1964; gemeldet 123098 Moscow]  entwickelte er symmetrische Maßnahmen gegen den Westen. Ausweislich russischer Berichte soll dank der beiden Sonderoffiziere der FSB das erhalten haben, was der KGB nie hatte, die vollständige Kontrolle über die Strafverfolgungs- und Steuerbehörden.

Oleg Feoktistov berät ROSNEFT (Igor Sechin) und verfügte im Rahmen der Wirtschaftssicherheit auch im Westen über die Basis zur Finanzierung von Operationen außerhalb des Etats.

Nach dem „Tiergarten-Mord“ kam es im Oktober 2019 zu Veränderungen an der Spitze der FSB-Struktur „Innere Abwehr“ (oder innere Sicherheit). Aleksey Vertyashkin wurde demnach seines Amtes entbunden und an seine Stelle trat Generalmajor Vladimir Sergienko (geb. 1968). Während verschiedener Operationen im Ausland (Fall Skripal/Tiergarten) stand Aleksey Komkov an der Spitze der Inneren Sicherheit. Er wechselte in den Bereich Gegenspionage des FSB. 

Uwe Müller, Leipzig

  


 

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 DEUTSCHE AUSLANDSAUFKLÄRUNG

 Auszug aus der Information

 

Revirements des turkmenischen Staatsführers und energiepolitische Note bei der Ernennung

des neuen Botschafters Turkmenistans in der Bundesrepublik Deutschland

 

[VIII-03/14-20, 17.02.2020]

 

Probleme im Regierungsmanagement und (ähnlich Russland) eine Verfassungsreform zur Stärkung der Legislative (Halk Maslakhaty) veranlassen den turkmenischen Führer zu radikalen Revirements in der Exekutive. Wie in Russland finden auch in Turkmenistan 2024 Wahlen zum Präsidenten statt.

 

Maßnahmen trafen zuerst den Sicherheitsbereich (Innenminister, Chef des Nationalen Sicherheitsrats), wo Defizite zu einem Anstieg von Korruption und Amtsmissbrauch und damit schlechten Imagenoten des Präsidenten führten.

 

  • Nachfolgeversion im Amt des Präsidenten

 

Die Ernennung seines Sohns Serdar (Сердар – geb. 1981) als Leiter des neu geschaffenen Industrie- und Bauministeriums (vorher: Industrie- und Kommunikationsministerium) ist ursächlich auf die Verwaltung einer hohen Investition im Städtebau zurückzuführen.

 

Serdar Berdymukhamedov füllte mehrere Entscheidungsfunktionen auf regionaler und Bundesebene (Außenministerium) in Turkmenistan aus. In Achal stand er der Regionalverwaltung vor. Achal-Velayat soll zu einem Verwaltungszentrum Turkmenistans entwickelt werden.

 

Er absolvierte die Diplomatische Akademie beim russischen Außenministerium MID, das Genfer Institut für Sicherheitspolitik, und war der turkmenischen Botschaft in Moskau als Gesandter zugeordnet. In Genf arbeitete Serdar unter Anleitung des prominenten turkmenischen Diplomaten, Esen Aydogdyev, der zuvor die Abteilung für Analyse und Prognose im turkmenischen Außenministerium führte. Aydogdyev wurde 2014 zum Rektor der Internationalen Universität für Geisteswissenschaften und Entwicklung ernannt (englischsprachige Hochschule Turkmeniens) ernannt.

Von daher interpretieren verschiedene Quellen übereinstimmend die neue Aufgabe Serdars mit Voraussetzungen, die Vater Gurbanguly Berdymukhamedov für eine geregelte Nachfolge schafft.

 

  • Verschiebungen im diplomatischen Dienst

 

In der außenpolitischen Reflexion dieser Entscheidungsabläufe stehen Umgruppierungen der Botschafter an. Per Dekret des turkmenischen Präsidenten wird der aus Deutschland abberufene Botschafter Toýly Ataýew nach Kiev entsandt.

 

Rückkehr Botschafters Rejepov nach Berlin

 

Handelsdiplomatische Quellen erwarten durch die Wiederaufnahme seiner Amtsgeschäfte als Botschafter in Berlin, dass Berdymurat Rejepov (geb. 1957) stärker Interessen des turkmenischen Rohstoffsektors wahrnimmt. Rejepov war in der Vergangenheit Staatsminister und Vorsitzender des turkmenischen Gaskonzerns (1997-2000).

            

 


 

 

 

  
 

 
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