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AUSWÄRTIGES NFB

 

 

 

- Strategischer Dienst für Politische Analyse -

DEUTSCHE AUSLANDSAUFKLÄRUNG

  • GEOPOLITIK

- Neue Phase des Globalen Wettrüstens

- (DIA) Russian and Chinese Nuclear Modernization Trends

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  •  INTERKONTINENTAL

- Situation in Northern Syria (***new***)

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  • TRADITION

- 30 Jahre Arbeit in der Tradition der deutschen Abwehr

 

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German Chancellor Dr. Angela Merkel paid tribute to Colonel Claus von Stauffenberg and other German military figures who tried to assassinate Adolf Hitler 75 years ago

 


AUSWÄRTIGES NFB

X-0.4./30/21.11.2019

 
 
 
Ensuring Regime Survival and Securing Regional Dominance
 
„In ihrer 40-jährigen Geschichte hat sich die Islamische Republik Iran unerbittlich gegen die Vereinigten Staaten und ihre Präsenz im Nahen Osten gewehrt. Der Iran hat seine Militärmacht hauptsächlich aufgebaut, um zwei wichtige Ziele zu erreichen: das Überleben des Regimes und die Sicherung einer beherrschenden Stellung in der Region. Der Iran sieht sich diesen Zielsetzungen näher als je zuvor“, Generalleutnant Robert P. Ashley Jr., Director Defense Intelligence Agency
 
Eine Analyse zur Entwicklung der nuklearen Fähigkeiten des Iran hat der US-Militärnachrichtendienst DIA - Defense Intelligence Agency - am Dienstag (19.11.2019) offiziell freigegeben. Die Islamische Republik verfügt regional im Nahen Osten über das „größte und vielfältigste Arsenal an ballistischen Flugkörpern“, deren Ziele einen Aktionsradius von bis zu 2.000 Kilometer erreichen (Israel und Südosteuropa eingeschlossen). Glaubhaft wird durch den israelischen MIL ND die Verbringung von Raketentechnik in Gebiete vermittelt, wo iranische Verbündete (Hisbollah) Basen zum Abschuss auch auf europäische Ziele im näheren Fokus haben können.

Die iranische Raketeneinheit, das Al-Ghadir Missile Command AGMC (Mahmud Bagheri Kazemabad, geb. 1965), unter Anleitung und Kontrolle der Luftwaffeneinheit der Iranischen Revolutionsgarden IRGC, dient zur strategischen Abschreckung wie auch als Schlüsselinstrument der iranischen Machtprojektion.
 
Iran verfügt nicht nur über solche Kapazitäten, oder testet sie, er setzt sie auch ein. Als Beispiel führt die DIA-Analyse den Start iranischer SRBMs vom Westen gegen ISIS-Ziele in Syrien (2017 und 2018) an. Im September 2018 trafen iranische SRBM das HQ der Kurdischen Demokratischen Partei Irans (KDPI) im Irak. „Die fortgesetzte Produktion von Raketen durch den Iran und die Weiterentwicklung der ballistischen Raketentechnologie stellen eine wachsende Bedrohung für US-Streitkräfte und Verbündete im Nahen Osten dar. Obwohl iranische Staats- und Regierungschefs Eigenständigkeit betonen, ist der Iran weiterhin auf ausländische Zulieferer für kritische Komponenten und Technologien angewiesen“. DIA führt namentlich Nordkorea und China stellvertretend für andere Staaten an, die dem Iran bei Produktionskapazitäten für Waffenherstellungsprogramme assistierten. Verwiesen wird an mehreren Stellen der Analyse auf die enge waffentechnische Kooperation mit Russland, insbesondere die gemeinsame Zusammenarbeit beider Staaten mit dem Assad-Regime.
 
  • Pseudo-Tests sollen über den realen Stand der Raketenentwicklung hinwegtäuschen
     
„In den letzten Jahren hat der Iran (Kurzstreckenraketen) SRBMs mit immer größerer Reichweite und Präzision sowie (Mittelstreckenraketen) MRBMs mit angenommener Genauigkeit und Sprengkopfverbesserungen präsentiert.“ Im gegenwärtigen Stadium verwässert Iran durch Pseudo-Tests den realen Stand seiner Raketentechnologie, sei aber entsprechend der DIA-Einschätzung in der Lage, eine interkontinentale ballistische Rakete (ICBM) herzustellen als Träger für Kernwaffen. Planungen des Iran sind nach den Erfahrungen der US-Invasion in seinen Nachbarstaaten Irak und Afghanistan auf die Luftabwehr und Bodeninvasion eines technologisch überlegenen Gegners (vor allem der USA, ebenso Israel, Saudi-Arabien und sunnitisch-extremistische Formationen wie IS) fixiert. Immer wieder von neuem geht der Iran zum Ausbau seiner waffenfähigen Nuklearkomponenten über. Der islamische Staat unterhält das weltweit größte Untergrundprogramm für kritische militärische Infrastruktur, was den Nuklearbereich nicht ausschließt. „Der Iran bringt Teile seines Nuklearprogramms in tiefen Tunneln und unterirdischen Bunkern an Orten wie Natanz und Fordow (Qom) unter“.
 
  • Deutschland und Europa als staats-terroristische Ziele des Iran
 
Im Ernstfall (regionaler Konflikt) würde der iranische Nachrichtendienst mit hoher Wahrscheinlichkeit die Basen der US-Streitkräfte in Europa/Deutschland zum Anschlagsziel machen (vgl. frühere Warnung des BKA). Diese Einstufung deutscher Nachrichtendienste nimmt DIA zur Grundlage der Beurteilung, wie Iran noch in Friedenszeiten in Deutschland und Europa operiert.
 
Diplomatisch legal abgedeckt, führen Mitarbeiter des iranischen Nachrichtendienstes (MOIS) den Großteil ihrer Operationen im Nahen Osten, Mittelasien, Europa und den Vereinigten Staaten durch. Erfassungs- und Einflussoperationen erfolgen legendiert auf offizieller, kommerzieller, akademischer oder auf der Basis nichtstaatlicher Organisationen (NGO’s). In den 80er und 90er Jahren wurde MOIS in Verbindung gebracht mit einer Mordserie, bei der Dutzende iranische Dissidenten vor allem in Europa eliminiert worden waren.
 
Zuletzt vereitelten die französischen Behörden einen Bombenanschlag 2018 auf das Jahrestreffen des Nationalen Widerstandsrats Iran (NRWI) in Villepinte/ Paris. In diesem Zusammenhang wurde der in der Republik Österreich akkreditierte iranische Diplomat Assadollah Assadi [geb. Dezember 1971, offiziell dritter Sekretär der iranischen Botschaft, inoffiziell Chief of Station des MOIS in Vienna, since 2014] in 2018 in Bamberg verhaftet und am 09. September 2019 an Belgien ausgeliefert. Mutmaßlich (lfd. Ermittlungen) hat Assadi das in Belgien lebende iranische Ehepaar (erkannte Residenten des MOIS) Amir Saadouni (Belgier, iranischer Abstammung, geb. April 1980) sowie Nasim Naami (geb. September 1984) zu dem Anschlag instruiert. 

Das Ehepaar wurde von Belgien in die Nationale Liste der Personen mit einem terroristischen Hintergrund auch zur weiteren Prüfung finanzieller Bewegungen aufgenommen.

Wäre der Anschlag gelungen, hätte es möglicherweise den früheren New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani (Privatanwalt PR Trumps) sowie Newt Gingrich (ehemaliger Sprecher des Repräsentantenhauses) in Mitleidenschaft gezogen. Die genannten Personen waren als Gäste zur Jahrestagung der NRWI angemeldet. Assadi habe laut den Ermittlungen am 20. Juni 2018 Sprengstoff TATP im Flug OS872 der Austrian Airline von Teheran nach Wien transportiert. An Bord befanden sich 240 Passagiere.
 
  • Spionage bei der Bundeswehr für den iranischen MIL ND

Nach seiner Verhaftung im Januar 2019 erhob der GBA (vgl.: 40/19) am 16.08.2019 Anklage gegen den afghanischen Berater der Bundeswehr  [عبدالحمید صمدي - Alter angegeben mit 50; wohnhaft: Bonn 53177] wegen Landesverrats an einen iranischen Nachrichtendienst. Diese Aktivitäten werden der IRGC Intelligence Organization (IRGC-IO) zugeordnet, dessen Chef Hossein Taeb (حسین طائب - geb. 1963, gelistet in den Sanktionen des US Finanzministeriums wegen schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen) direkt dem Religiösen Führer der Islamischen Republik Iran berichtet.
 
ENDE

   


 

AUSWÄRTIGES NFB

 

RUS I-01/265-19/30.10.2019

 

  
             
 
 
Emergency scenario following the Russia-Africa Summit
Russia regulating African migratory flows
 
AUSZUG (freigegeben am: 08.11.2019)
 
After analysing the documents relating to the Russia- Africa Summit (Sotchi) there is a reasonable assumption that Russia has created a further tool to exert pressure on the leading European economies: to regulate both the migratory flows and the sea trade routes from Africa to Europe. Inside the Putin circle but also inside state and parliamentary bodies there are persons   with KGB relations,  who during the Soviet era had served as military advisors, intelligence service officials or interpreters in the “liberated countries” on the African continent.  By the CONDOR satellite system (air surveillance) Russia in cooperation with South Africa already covers the whole African continent. There is a close cooperation of the intelligence of both countries and supposed cooperation in third countries. According to British Intelligence information the Russian intelligence services in Africa will not remain unaffected by the migratory flows to Europe, particularly concerning data evaluation in the home countries and locating human sources. Chronologically in the time grid of the refugee crisis there was a job rotation among the personnel of the embassies of the Russian Federation- in Africa. Since April 2018 the Russian Ambassador in Nigeria (main homeland of economic migration to Germany) is Alexei Sherbashin, the son of the former head of the KGB  (EHV – first central administration reconnaissance) Leonid Sherbashin (1935 – 2012) The strategic “talent foundry” for Russian top managers for Africa still is the Institute for Asian and African countries of the Moscow State University. It is an interface for Foreign Intelligence SVR and MID. The Institute is constantly led by Prof. Mikhail Meyer. 
 
 
Druckinstrument gegen die führenden europäischen Wirtschaftsnationen

Nach Auswertung der Dokumentenlage zum „Russia-Africa Summit“ (Sotchi) besteht begründet die Annahme, dass sich Russland ein weiteres Druckinstrument gegen die führenden europäischen Wirtschaftsnationen geschaffen hat: Sowohl zur Regulierung des Flüchtlingsstroms wie auch der Seehandelswege von Afrika nach Europa.
 
Bildtechnische Quelle: Administration des Präsidenten der RF
 
Dieses Gipfeltreffen initiierte die Präsidialverwaltung nach einer Vorlage des früheren sowjetischen Außenministers Eduard Schewardnadse (später Präsident Georgiens), der sie dem Nord-Süd-Dialog Willy Brandts entlehnt hat. Als Co-Player tritt Ägypten auf, wo es an der Spitze der russischen Botschaft in Kairo noch im laufenden Jahr zu Veränderungen kommen wird (nach dem tragischen Tod von Botschafter Sergei Kirpichenko am 02. September 2019, Sohn der KGB-Kapazität in Nahost, Vadim Kirpichenko). 

Im inneren Zirkel Putins, aber auch innerhalb der staatlichen und parlamentarischen Gremien, finden sich Personen mit KGB-Bezug, die während der Sovietära als Militärberater, Nachrichtendienstler oder Dolmetscher in den „Befreiungsländern“ auf dem afrikanischen Kontinent waren. Darunter an der Spitze Igor Setchin (Mozambique/Angola) und Sergei Ivanov (Kenia). Der von ihnen ausgehende Kaderstamm ist fest etabliert in den Partnerunternehmen des Russia-Africa Summit wie Gazprom, Rosobornexport/Rostec oder Rosatom. 
 
  • Voraussetzungen auf militärischer, diplomatischer und wissenschaftlicher Ebene

Durch das Satellitensystem CONDOR (Luftüberwachung) deckt Russland kooperativ mit Südafrika bereits den gesamten afrikanischen Kontinent ab. Es besteht eine enge Zusammenarbeit der Intelligence beider Länder mit Kooperation in Drittstaaten. Seit den 90er Jahren haben geschätzt 90 afrikanische Führungskader der ersten Ordnung in Moskau studiert.
 
Nach britischen Intelligenceinformationen sind die russischen Nachrichtendienste in Afrika nicht unberührt von der Flüchtlingsbewegung nach Europa, insbesondere was die Datenauswertung in den Heimatstaaten und die Platzierung menschlicher Quellen anbelangt. 
 
Chronologisch im Zeitraster zur Flüchtlingskrise kam es zu einer personellen Rotation an den Botschaften der RF in Afrika: 
 
Russischer Botschafter in NIGERIA ist seit April 2018 Alexei SHERBASHIN [ШЕБАРШИН, Алексей - geb. 09.07.1959], Sohn des vormaligen KGB-Chefs [EHV – Erste Hauptverwaltung Aufklärung], Leonid Sherbashin [1935-2012].
 
 
 
Vater Leonid war nach dem Ausscheiden aus dem KGB Nestor der Rüstungsfirma Motovilikhinsky (im Verbund von ROSTEC – Sergei Chemesov – vgl. Monitoring FBIS/Open Source Center). Nigeria ist das Land mit der höchsten Wirtschaftsmigration nach Deutschland. Aus dem Schatten des MID-Strategiezentrums ist Dmitri Maksimychev [МАКСИМЫЧЕВ, Дмитрий - geb. 27.01.1961] herausgetreten. Er wurde vom Präsidenten zum neuen Botschafter in Kenia ernannt.
 
 
Foto: MID Russia
 
Sein Vater Igor/Игорь МАКСИМЫЧЕВ [geb. 1932; gemeldet Smolenskaya Ulitsa, Moscow 121099] war Deutschland-Spezialist und hat die Transformationsphase in der DDR konzipiert. In der Zentralafrikanischen Republik hat zu Beginn des Jahres das Amt des Botschafters Vladimir Titorenko [Титоренко, Владимир - geb. 1958] angetreten, der seit 2013 Stellv. Chef des Lage- und Krisenzentrums im MID war. Er ist der Sohn des Kriegsveteranen Efim Titorenko, der von 1954 bis 1967 an der Sovietbotschaft in Nordkorea arbeitete und später in Äthiopien, Somalia und von 1984 bis 1988 Generalkonsul der UdSSR in Beira (Mozambique) war.
 
Institut für asiatische und afrikanische Länder
 
Strategische Kaderschmiede für russische Spitzenkader im Bereich Afrika ist nach wie vor das Institut für asiatische und afrikanische Länder, Staatliche Universität Moskau. Es ist eine Schnittstelle zur Auslandsaufklärung SVR und zum MID. Geführt wird das Institut konstant von Prof. Mikhail Meyer [geb. 1936], Vater des Maxim Meyer [ Мейер, Максим - geb.19670]. Maxim gründete die erste neu-russische Nachrichtenagentur postfactum. Heute ist er Vorsitzender des Fachbeirats des Bundesamtes für die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten, im Ausland lebende Landsleute und internationale humanitäre Zusammenarbeit (Rossotrudnichestvo ). Prof. Mikhail Meyer heiratete Rufina Vyatkina [geb. 1937], Südafrika-Expertin akademischer Einrichtungen schon der UdSSR und jetzt Russlands. Sie ist die Tochter des prominenten sovietrussischen Asienwissenschaftlers (Rudolf Vyatkin, geb. 1910 in Basel/Schweiz, verstorben 1995 in Moskau). 
 
Verantwortlich: Uwe Müller
Abschluss: 30.10.2019, 09.00 MEZ
 
 
 

 


 
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